Bäume gießen – 4 Tipps zur Baumbewässerung

In Zeiten des fortschreitenden Klimawandels wird es in den letzten Jahren auch in unseren Regionen immer heißer. Die Durchschnittstemperatur steigt an. In den Sommermonaten fällt auch hierzulande immer weniger Regen. Und das wirkt sich natürlich auch auf unsere Umwelt aus. Vor allem die Bäume haben immer mehr unter den Folgen der Zerstörung durch den Menschen, bedingt durch den zu hohen CO₂-Ausstoß zu leiden. Zeiten längerer Trockenheit kommen immer häufiger vor.

Gerade Stadtbäume haben es aufgrund der hohen Verdichtung des Bodens, was dessen Wasseraufnahme noch zusätzlich beeinträchtigt, besonders schwer. Um diesem entgegenzuwirken, ist es mittlerweile in vielen Städten gängige Praxis, die Stadtbäume regelmäßig zu bewässern. Auch Privatleute beteiligen sich immer häufiger an der Bewässerung von Bäumen vor ihren Wohnhäusern. Und das ist absolut sinnvoll. Sie tun etwas Sinnvolles für die Umwelt. Schließlich produzieren die Bäume unseren Sauerstoff und regulieren unser Stadtklima.

Doch wie bewässert man einen Baum richtig? Wie oft und wann muss man ihn gießen? Das sind Fragen, die im Folgenden beantwortet werden.

Wann sollte man einen Baum gießen?

Wasser benötigt ein Baum grundsätzlich immer, egal zu welcher Jahreszeit. Wenn es allerdings sehr trocken ist und die Bäume Anzeichen von Wassermangel zeigen, sollte man die Bäume unbedingt gießen. Für Straßen- und Gartenbäume bedeutet lang anhaltende Trockenheit Stress. Sie zeigen das durch hängende Blätter oder Laubfall schon vor dem Herbst.
Sehr viel Flüssigkeit benötigen Bäume zudem im Frühjahr, wenn sie zu blühen beginnen. Wenn es in dieser Zeit zu trocken ist, kann sie sich nicht richtig entfalten. Man bemerkt das an verkürzten Trieben und einer geringen Anzahl an Blättern.
Wenn man sich entschließt, Bäume zu gießen, so sollte man das früh morgens oder spät abends tun. Dann sorgt die direkte Sonneneinstrahlung nicht dafür, dass das Wasser sofort verdunstet und es zu Verbrennungen kommt.

Wie viel Wasser braucht ein Baum?

Es gibt darauf keine eindeutige Antwort, sondern lediglich Richtwerte. Letztendlich hängt es von dem Alter, der Größe des Baumes und den vorherrschenden Bodenbedingungen ab. Ein mittelgroßer Baum in einem Alter von mehr als fünf Jahren sollte pro Gießgang eine Wassermenge von 150 bis 200 Litern erhalten. Bei jüngeren Bäumen reicht pro Gießgang eine Menge von 75 bis 100 Litern. Es ist jedoch ratsam, das Wasser nicht mit einem Mal ins Erdreich strömen zu lassen. Ein langsamer Wasserfluss begünstigt die Aufnahme des Wassers durch die Wurzeln. Ein Mensch kann auch nicht innerhalb von 3 Sekunden zwei Liter Wasser trinken. Eine große Menge wird an seinem Mund vorbeilaufen. Dieses bildliche Beispiel sollte klar verdeutlichen, warum auch ein Baum das Wasser langsam erhalten sollte.

Wie oft sollte man einen Baum gießen?

Abhängig von der Witterung sowie der Trockenheit empfiehlt es sich, Bäume zwei bis drei Mal pro Woche zu gießen. Keine Angst! Zu oft kann man einen Baum nicht gießen. Die Frage ist nur, ob er die Menge an Wasser überhaupt aufnehmen kann. Herrscht ein normales Wetter mit regelmäßigem Regenfall und es ist nicht zu warm, dann kann man auf die zusätzliche Bewässerung natürlich verzichten. Gerade bei lang anhaltender Trockenheit macht es Sinn, durch Gießen zu unterstützen. Tun dies in der Nachbarschaft mehrere Bewohner, so sollte man sich absprechen.

Gießmethoden – Wie kann man einen Baum gießen?

Es gibt ganz unterschiedliche Methoden, wie man Bäume gießen kann. Letztendlich ist jede Art der Wasserzufuhr geeignet, Bäumen bei Trockenheit zu helfen. Baumbewässerungssäcke gelten als die effektivste Art, wie man Bäume bewässern kann. Im Folgenden fünf verschiedene Möglichkeiten, die vorgestellt werden.

  • Gießkanne

    Man kann Bäume mit einer einfachen Gießkanne bewässern. Gießkannen haben jedoch ein eingeschränktes Fassungsvermögen. Normale Gießkannen beherbergen gefüllt etwa 10 bis 15 Liter Wasser. Um damit einen Baum versorgen, sind schon 10 Kannen notwendig. Das bedeutet natürlich einen großen Zeitaufwand.

  • Wassereimer

    Ähnlich ist es bei einem Wassereimer. Auch dieser hat ein ähnliches Fassungsvermögen. Er hat über der Gießkanne natürlich den Nachteil, dass sich mit diesem das Wasser ungeordneter verteilen lässt. Egal ob Gießkanne oder Eimer, beides hilft Bäumen zweifellos. Nur sind diese nicht die idealen Bewässerungsmethoden.

  • Gartenschlauch

    Ein Gartenschlauch ist da wesentlich besser. Mit ihm kann man auch die Baumkronen bewässern. Dadurch wird der Baum wie bei einem Regen überall mit Wassertropfen bedeckt. Mit einem Gartenschlauch lässt sich auch problemloser die nötige Menge Wasser zuführen. Man muss nicht ständig neue Gießkannen oder Eimer anschleppen.

  • Sprinkleranlage

    Natürlich kann man an den Gartenschlauch auch eine Sprinkleranlage anschließen, die für eine langsame und regelmäßige Bewässerung über einen bestimmten Zeitraum sorgt. So hat man es selber am bequemsten. Man muss die Sprinkleranlage nur passend positionieren, dass sich das Wasser ideal auf und am Baum verteilt. Die ganze Arbeit erledigt die Sprinkleranlage dann ganz von selbst.

  • Baumbewässerungssäcke

    Die ideale Methode, um Bäume richtig bewässern zu können, sind Baumbewässerungssäcke. Sie gewährleisten eine sehr langsame Durchfeuchtung des Bodens. Die Bäume werden bezüglich des Wasserbedarfs so optimal versorgt. Speziell entwickelte Bewässerungsbeutel werden um den Stamm des Baumes gelegt und verschlossen. Diese Säcke oder Beutel können mit bis zu 100 Litern Wasser aufgefüllt werden. Sie haben kleine Löcher, die das Wasser tröpfchenweise über mehrere Stunden an den Baum abgeben. Ein Bewässerungsbeutel reicht für etwa sechs bis neun Stunden, bis er leer ist. Die Tröpfchenbewässerung über diesen langen Zeitraum hat den positiven Effekt, dass die Wurzeln ausreichend Zeit für ein Baumbad haben. So können diese das Wasser langsam aufnehmen und speichern.

 

Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden

Bei der Bewässerung mit dem Eimer oder der Gießkanne wird den Bäumen zu viel Wasser auf einmal zugeführt. Außerdem muss man ständig neues Wasser nachholen, da ein Gießgang nicht ausreicht. Bei extremer Hitze wird eine Menge oberflächlich ablaufen und verdunsten und die Wurzeln gar nicht erreichen. Beim Gartenschlauch und der Sprinkleranlage gelingt die Verteilung schon etwas besser und effektiver. Wirklich gut ist das Gießen mit dem Bewässerungssack. Hier erreicht man eine nahezu optimale Verteilung des Wassers.

Fazit

Egal wie man Bäume gießen möchte, jede Zufuhr von Wasser hilft ihnen. Also sollte jeder das tun, wozu er in der Lage ist. Jeder Tropfen Wasser hilft bei Trockenheit. Da spielt es keine Rolle, ob man es mit einer Gießkanne oder einem Eimer tut. Optimal ist allerdings die Tröpfchenbewässerung mit Baumbewässerungssäcken. Hier erreicht man eine deutlich bessere Verteilung des Wassers über einen langen Zeitraum.

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